International Network Hegel’s Relevance / Internationales Netzwerk Hegels Relevanz

Zweck ist die Etablierung eines internationalen Hegel-Netzwerkes, v.a. für Forscher, die Hegel mit einem systematischen Interesse und in kongenialer, dem deutschen Idealismus methodisch verpflichteten Weise thematisieren (also nicht einfachhin davon ausgehen, daß dieser Idealismus, um verständlich und relevant zu sein, der Übersetzung in einen anderen Philosophietypus bedarf). Der Titel des Netzwerkes Hegels Relevanz soll nicht nur die Relevanz einer Beschäftigung mit Hegel für die philosophischen Probleme der Gegenwart zum Ausdruck bringen, sondern auch für ein besseres Verständnis von Hegels Wirksamkeit in der Philosophie zu und nach Hegels Zeit sowie für seine Auseinandersetzung mit der Geschichte der Philosophie. Dies schließt gut an die seit längerem schon anhaltende intensive Beschäftigung mit Hegel an.
Im Unterschied zu bestehenden Netzwerken sind der Thematisierung von Hegels Philosophie weder systematisch noch historisch Grenzen gesetzt, finden jährliche Treffen statt, die zudem von einem systematischen Interesse geleitet sind und von den Referenten einer entsprechenden Methodik gemäß bearbeitet werden. Überdies bietet das Netzwerk besonders auch Nachwuchswissenschaftlern (Doktoranden und Postdocs) die Möglichkeit, sich international zu präsentieren und profilieren. Damit trägt das Netzwerk zur Kontinuität der Auseinandersetzung mit Hegels Philosophie bei.

Steering committee of the International Network Hegel’s Relevance / Internationales Netzwerk Hegels Relevanz: Jiri Chotas (Prag), Paul Cobben (Tilburg), Max Gottschlich (Linz), Susanne Hermann-Sinai (Oxford), David James (Warwick), Christian Krijnen (Amsterdam), Tereza Matějčková (Prag), Alberto Siani (Pisa), Klaus Vieweg (Jena), Jean-François Kervegan (Paris), Benno Zabel (Bonn).

Planung:

2020 – Netzwerk-Tagung in Linz
2021 – Netzwerk-Tagung in Pisa
2022 – Netzwerk-Tagung in Bonn
2023 – Netzwerk-Tagung in Oxford

2017 – Netzwerk-Tagung in Amsterdam (06-08.12.2017): Concepts of Normativity: Kant or Hegel? 

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2018 – Netzwerk-Tagung in Prag (26-28.09.2018): Eine ethische Moderne? Grenzen und Potential von Hegels Konzept der Sittlichkeit heute

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2019 - Netzwerk-Tagung in Jena (27-29.06.2019): Logik und Moderne. Hegels Wissenschaft der Logik als Paradigma moderner Subjektivität / Logic and Modernity. Hegel´s Science of Logic as paradigm of modern subjectivity

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Call for abstracts

Tagung des Internationalen Netzwerkes Hegels Relevanz:

„Warum Religion heute? Zur Aktualität von Hegels Religionsphilosophie“
Zu Hegels 250. Geburtstag

Datum: 3.-5. Juni 2020
Ort: Katholische Privatuniversität Linz, Österreich
Bethlehemstraße 20
4020 Linz
Einreichfrist für das Abstract: 31.1. 2020

Verständigung über die Teilnahmemöglichkeit: bis zum 15.3. 2020

Dauer des Vortrages: max. 30 Minuten; 20 Minuten Diskussion.

Tagungssprache: Deutsch

Eingeladene Vortragende: Prof. Dr. Paul Cobben (Amsterdam), Prof. Dr. Bart Labuschagne (Leiden), Tereza Matějčková, PhD (Prag), Prof. Dr. Theodoros Penolidis (Thessaloniki), Dr. Werner Schmitt (Nürnberg), Prof. Dr. Alberto Siani (Pisa), Prof. Dr. Klaus Vieweg (Jena), Prof. Dr. Benno Zabel (Bonn)

Veranstalter: Ass.-Prof. DDr. Max Gottschlich, Katholische Privatuniversität Linz, für das Internationale Netzwerk Hegels Relevanz
Die Religionsphilosophie gehört zu jenen Teilen des Hegelschen Systems, die gegenwärtig nicht im Fokus einer systematischen Rezeption stehen. Gründe dafür lassen sich in wirkmächtigen Rezeptionstendenzen und auch im „Zeitgeist“ finden. So wird von manchen Hegel-Interpreten, insbesondere aus den USA, die Auffassung vertreten, dass wenn überhaupt, dann die Lehre vom objektiven Geist, also der Verwirklichung der Freiheit im Handeln, als nach wie vor systematisch relevant anzusehen sei und es der Religion nicht bedarf. Diese Auffassung hängt, in größerem Kontext betrachtet, damit zusammen, dass die Perspektive auf die Religion heute von demjenigen geprägt ist, was Hegel in der „Phänomenologie des Geistes“ als den Kampf der Aufklärung gegen den Aberglauben charakterisiert. Am deutlichsten zeigt sich dies an der zentralen Bedeutung der Kategorie der Nützlichkeit bzw. äußeren Zweckmäßigkeit in der jeweiligen Argumentation – sowohl in den Reihen der Kritiker als auch in den Reihen der Verteidiger der Religion. Die einen sagen: Religion ist nutzlos und daher auszumerzen, denn sie ist Ausdruck eines unmündigen, voraufgeklärten Bewusstseins, das zu einem Weltbild, das mit den Resultaten der Einzelwissenschaften konvergiert, nichts beitragen kann. Ja sie ist sogar schädlich: als irrationaler Mythos für die Bildung und freien Entwicklung des Einzelnen, wodurch sie auch zur Quelle zwischenmenschlicher Konflikte wird. Die Verteidiger der Religion setzen in ihrer argumentativen Strategie meist ebenso auf die Kategorie der Nützlichkeit: Religion, recht verstanden und gelebt, beweise sehr wohl ihren Nutzen – sowohl für den Einzelnen als Stütze der Moralität (wie es schon bei Kant grundgelegt wurde) als auch für die Gesellschaft als stabilisierender „Kitt“, indem sich die Religion als zivilgesellschaftliche „Stimme“ für eine gerechtere, solidarischere und humanere Gesellschaft einsetze. Nachdem dies jedoch keine genuin religiösen Bestimmungen sind und dieser Nutzen auch von Korporationen wie etwa Gewerkschaften für sich reklamiert werden kann, entzieht sich diese Argumentation selbst ihren Boden. So bleibt die Frage: Wozu Religion heute?
Hegels Philosophie der Religion gibt genau darauf Antworten. Diese sind in mehrfacher Hinsicht durchaus provokativ. Es wird uns hier zugemutet, die sonst dominante Perspektive der Nützlichkeit im Denken zu transzendieren. So ist es zunächst schon provokativ, wenn Hegel lehrt, dass die Religion – wie auch die Kunst und die Philosophie – nicht bloß Mittel für einen anderen Zweck – die Moral oder die gerechte Gesellschaft –, sondern Selbstzweck sei. Der Grund dafür ist ebenso provokativ: Religion gehört untrennbar zur vollen Verwirklichung der Freiheit. Schließlich provoziert die Darstellung der Philosophie der Religion, indem sie sich auf die jeweiligen konkreten Gehalte des religiösen Bewusstseins einlässt und nicht bloß versucht, einen abstrakten gemeinsamen „vernünftigen“ Kernbestand abseits von Aberglaube und Afterdienst (Kant) zu isolieren, der in eine „Vernunftreligion“ übersetzbar ist. 

Ziel der Tagung ist es, die Provokationen, die uns die Hegelsche Philosophie mit Blick auf die Religion bietet, kritisch ernst zu nehmen und solcherart einen Beitrag zur Aktualitätsbemessung des Hegelschen Denkens zu leisten.
Wir laden dazu ein, Beiträge, die sich mit dem erwähnten Themenkreis in systematischer Absicht befassen, einzureichen. Dabei können u.a. folgende Themen bzw. Fragen näher leitend sein: 

Was ist der genuine Gehalt der Religion?
Religion und Freiheit, Freiheitspotentiale der Religion
Lässt sich die Geistphilosophie bzw. Philosophie der Freiheit ohne Religion denken?
Die systematischen Ansprüche der Hegelschen Religionsphilosophie
Die Bedeutung der Religion im Zusammenhang mit der Überwindung der Reflexionsphilosophie
Konvergenzen und Differenzen in der Behandlung der Religion beim späten Fichte, Schelling und Hegel
Die Bedeutung der dialektischen Logik für die Religionsphilosophie
Der Kampf der Aufklärung mit der Religion
Die Hegelsche Deutung der bestimmten Religionen
Mögliche Aktualisierungen/Ergänzungen/immanente Kritik der Hegelschen Religionsphilosophie

Es besteht die Möglichkeit, dass akzeptierte Vorträge in der Reihe ‘Critical Studies in German Idealism’ (BRILL: Leiden/Boston, peer-reviewed) publiziert werden. Die Publikationssprache ist Deutsch.
Das Abstract (500 Wörter) schicken Sie bitte in Form eines PDF-Dokuments an: m.gottschlich@ku-linz.at. Dieses muss für ein double-blind review-Verfahren geeignet sein, indem keinerlei Hinweise zur Autorschaft enthalten sind. Ihr Mail sollte zudem Folgendes beinhalten: Name des Autors, Titel, Kontaktadresse, gegenwärtige akademische Position sowie einen kurzen Lebenslauf. In die Betreff-Zeile geben Sie bitte “Einreichung Hegel-Netzwerk 2020” ein.

Es ist geplant, eine finanzielle Unterstützung für die Übernachtungskosten in Linz (2 Nächtigungen) bereitzustellen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können dazu aber noch keine näheren Angaben gemacht werden.